Urbanisierung, Bevölkerungswachstum, Klimawandel. Nur ein paar Gründe, warum die Lebensmittelherstellung neu gedacht werden sollte – und bereits wird. Vertical Farming ist eine Möglichkeit diesen Problemen entgegenzuwirken und erfreut sich demnach einer immer größer werdenden Aufmerksamkeit. Doch was genau sind die Vorteile dieser vertikalen Anbaumethode? Wir haben sie für euch gelistet:

1. Platzsparend

Wie der Name schon sagt, werden die essbaren Pflanzen beim Vertical Farming übereinander angebaut. Das spart natürlich Platz, sodass auf 1qm Grund deutlich mehr erzeugt werden kann als in der herkömmlichen Landwirtschaft. Der Landverbrauch kann also deutlich reduziert werden.

2. Wassersparend

Beim Vertical Farming wird nicht nur Platz gespart, sondern auch Wasser. Braucht 1 Salatkopf beim herkömmlichen Anbau auf dem Feld ca. 120 Liter Wasser bis zur Ernte, kann diese Menge bei Vertical Farming drastisch reduziert werden. Der Plantcube benötigt 120 Liter in einem ganzen Jahr bei voller Auslastung – dank des geschlossenen Wasserkreislaufes.

3. Einsparung von Transportwegen

Mit einer durchschnittlichen Entfernung von mehr als 1.500 Kilometern vom Wachstumspunkt von Obst und Gemüse bis zum Verbrauchspunkt (1.500 bis 2.500 Meilen in den USA) gehören Lebensmittelmeilen zu den am schnellsten wachsenden Quellen für Treibhausgasemissionen weltweit. Hinzukommend werden durch die Urbanisierung mehr und mehr Menschen in Städte ziehen, was bedeutet, dass dort auch die meisten Lebensmittel gekauft und verbraucht werden. Durch den platzsparenden Anbau können Vertical Farms beispielsweise direkt an Stadtränder gebaut werden. Auf diese Weise können Transportwege gespart werden – was nicht nur der Umwelt, sondern auch den Nährwerten der Pflanzen gut tut.

Mit dem Plantcube können sogar noch mehr Kilometer gespart und Nährstoffe erhalten werden, da Salate, Microgreens und Kräuter in der eigenen Wohnung wachsen und erst unmittelbar vor dem Verzehr geerntet werden.

4. Erhaltung der Nährstoffe

Nach mehreren Tagen auf der Straße und in den Regalen verlieren Obst und Gemüse den größten Teil ihres Nährwerts, bevor sie überhaupt verzehrt werden. Im Durchschnitt verlieren sie bereits in den ersten 24 Stunden nach der Ernte 45% ihrer Nährstoffe. Beim Vertical Farming sind die Transportwege sehr gering, bzw. gar nicht vorhanden (wie z.B. beim Plantcube), weshalb es die Närhstoffe noch mit auf den Teller schaffen.

5. Wachstum unter Optimalen Bedingungen

In Vertical Farms herrschen für den Pflanzenwachstum stets optimale Bedingungen – und das 365 Tage im Jahr. Klima, Licht und Bewässerung werden gesteuert und somit auf die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst. Das Obst und Gemüse ist also keinen äußeren Umwelteinflüssen wie Sturm, Hagel, zu viel Hitze oder Regen ausgesetzt und kann sich voll und ganz auf eine perfekte Entwicklung konzentrieren.

„Mit vertikalen Farmen können wir momentan zwar noch nicht die Welt ernähren, kurzfristig aber schon frischere und nährstoffreichere Zutaten in die Küchen von Städtern liefern. Und mit den Daten, die wir dabei mit der Zeit über Pflanzen generieren, können wir langfristig einen entscheidenden Beitrag zum effizienteren Anbau und zur gesünderen Ernährung der Welt leisten.”Max Lössl

6. Saisonunabhängig

Wie schon beschrieben, wachsen die Pflanzen beim Vertical Farming unter optimalen Bedingungen. Das heißt auch, dass man keiner Saison mehr unterworfen ist. Die Lieblingslebensmittel können das ganze Jahr über vor Ort angebaut werden und müssen nicht von weit her anreisen.

7. Pestizidfrei

Auch auf Pestizide oder Spritzmittel kann beim Vertical Farming verzichtet werden – dank der automatischen Bewässerung, Klima- und Lichtsteuerung. Das ist nicht nur gut für den Menschen, sondern auch für die Umwelt. Und so kommen wir direkt zum nächsten Punkt:

8. Schonung der Böden

Die meisten Felder sind ausgelaugt und haben immer weniger Nährstoffe. Grund dafür sind sämtliche Dünger, Spritzmittel, Pestizide und Monokulturen. Und das alles nur, um die Pflanze so perfekt und effizient wie nur möglich zu machen. Vertical Farming nutzt die Technologie der Hydroponik, sprich der Anbau ohne Erde. Folglich können durch die platzsparende und hydroponische Landwirtschaft unsere Böden geschont werden.

9. Sortenvielfalt

Schätzungen zufolge haben wir durch die industrielle Landwirtschaft bereits 75% aller Kulturpflanzen verloren. Vertical Farming kann sich genau auf solch seltene Sorten spezialisieren und diese erhalten. Zudem ist es dank der kontrollierten und steuerbaren Bedingungen möglich, eine Vielfalt an Pflanzen zu kultivieren. Kreuz und quer durch die Stadt zu fahren, um beispielsweise Shiso zu finden, wird damit hinfällig.

10. Frei von Verschmutzungen

Dadurch, dass die essbaren Pflanzen indoor unter kontrollierten Bedingungen angebaut werden, braucht man keine Angst vor Luft- oder Wasserverschmutzungen haben. Dies ist vor allem auch in Ländern wie China oder nach einer Katastrophe – wie damals in Fukushima – von Bedeutung.

11. Verringerung der Lebensmittelabfälle

Obst und Gemüse haben die höchste Verschwendungsrate aller Lebensmittel. In der EU und den USA werden mehr als 50% der Produkte verschwendet. Etwa ein Drittel produktionsbedingt (z.B. nicht der Norm entsprechend), ein Drittel distributionsbezogen (z.B. Schäden) und ein Drittel verbrauchsbedingt (z.B. eine zu große Verpackungsgröße). Mit Hilfe von Vertical Farming können diese Zahlen jedoch drastisch reduziert werden, da nur das geerntet wird, was gebraucht wird. Es gibt weder Verpackungsgrößen oder Schäden durch den Transport, noch werden Pflanzen aufgrund einer anderen Norm weggeschmissen.

12. Reduzierung des Verpackungsmülls

Um die Qualität beim Transport und im Regal zu gewährleisten, werden Lebensmitte meist in Plastik eingepackt. Dieser Lebensmittelverpackungen machen heute jedoch etwa ein Drittel des durchschnittlichen Haushaltsabfalls aus und haben daher einen großen Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck. Genauso wie die Lebensmittelabfälle durch Vertical Farming verringert werden, wird ebenso ein Großteil des Verpackungsmülls eingespart, da – im besten Fall – direkt zuhause auf den Teller geerntet wird.

Fazit

Pflanzenbasierte Nahrungsmittel erfreuen sich aufgrund ihrer Vielseitigkeit und des gesundheitlichen Aspektes einer immer größeren Nachfrage. Auch die Herkunft  von Lebensmitteln spielt für die Konsumenten eine immer wichtigere Rolle, da Transportwege und der unnötige Verbrauch von Ressourcen zunehmend kritisch hinterfragt werden. Der bewusste Umgang mit der Natur steht im Vordergrund. Gleichzeitig nimmt die Population in Städten im Rahmen des Megatrends Urbanisierung immer stärker zu, wobei wir mit geringeren Wohnflächen pro Kopf und ohne Zugang zu eigenen Gärten auskommen müssen.

Genau hierbei kann Vertical Farming helfen. Und der enorme Vorteil des Plantcubes: man weiß genau, wo seine Zutaten herkommen und wie sie gewachsen sind. In den eigenen vier Wänden, ohne Pestizide oder lange Transportwege. Das Resultat sind Greens mit unvergleichlichem Geschmack, außergewöhnlichen Texturen und optimalem Nährstoffgehalt.